Eine Gewähr kann nicht übernommen werden, im Zweifelsfalle fragen Sie bitte einen Fachmann.

Funkfernschreib- und Wetterfaxempfang

Viele reden über "Seemannschaft" und denken dabei an alles mögliche: Von der Sturmfock über traditionelle Regeln an Bord bis an Schwerwetterkleidung. Selten ist zu vernehmen, dass gute Seemannschaft bedeutet, entsprechend den technischen Möglichkeiten, immer optimal über die zu erwartende Wetterentwicklung informiert zu sein.

Schon seit vielen Jahre beschäftige ich mich am Rande mit Kurzwellenempfang und bin dabei schon vor meiner Zeit als Segler auf diese Option gestoßen. Mit dem Ankauf der "Phoenix" wurde das wieder interessant, der Ankauf eines Spezialgerätes ist in diesem Falle aber nicht mein Stil, also versuchte ich es mit Kurzwellenempfänger und Decodiersoftware.

Auf Hindergrundwissen (hier nutze man die Internetadressen) gehe ich hier nicht ein, es soll lediglich ein funktionierendes System vorgestellt werden. Kurzwellen haben nach meiner Erfahrung durchaus etwas mit Hexerei zu tun: So hat ein versierter Amateurfunker und E-Ingenieur letztlich nur gewusst, dass extrem teure Geräte oder Softwarepakete gut funktionieren müssten. Dimension DM 10.000.- Das große Problem ist wohl, dass alle Glieder der Kette für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich sein können. Von oben nach unten sind dies: Antenne, Zuleitung, Antennenanpassgerät und Preselektor, Empfänger, Notebook und Decodiersoftware. Den Spezialfall "Navtex" klammere ich aus. Grundsätzlich ist er mit diesem System möglich, im Revier aber m.E. bedeutungslos, da aktuelles über UKW mit DSC mitgeteilt wird. Darüber verbraucht ein Notebook im durchgehenden Standby- Betrieb auch für eine gutausgelegte Bordelektrik zu viel Energie. So man "Navtex" haben will, empfiehlt sich in entsprechenden Revieren ein Spezialgerät.

Grundlage

Auf Kurzwelle senden verschiedene Funkdienste in speziellen Verfahren, die vereinfacht ausgedrückt, mit dem Telefon-Fax vergleichbar sind, Wettermeldungen im Klartext (Funkfernschreiben) oder als Wetterkarte (Faxsimile). Der DWD, www.dwd.de, schließt das Revier Ijsselmeer ein. Diese Sendungen sind mit einem einfachen Weltempfänger nicht zu empfangen, da sie mit einer speziellen Technik, Single-Side-Band, durchgeführt werden. Der Empfänger muss diese natürlich verstehen können. Weltempfänger der Oberklasse verfügen zum Teil über diese Technik, sind in der Regel aber nicht dafür ausgelegt, diese Dienste in ausreichender Qualität zu empfangen. Mit Ihnen können Sie aber im Grenzwellenbereich noch Küstenfunkstellen im SSB abhören. Zu einem geeigneten Empfänger benötigen Sie noch ein Notebook und geeignete Decodiersoftware, die das gesendete Signal in Buchstaben oder Bilder umwandelt.

Unser Paket

Achterstagantenne: ca. 8 m, abgeschirmt weitergeführt

Empfänger: Lowe HF 150
Neupreis DM 1200.-. Das ist m.E. die Untergrenze, billigere Geräte sind nicht tauglich.

Preselektor/Antennenanpassgerät: Mizuho Coupler AT - 2000

DM 225.-. Dieses Gerät zeigt in unserem Falle kaum Wirkung, also zunächst ohne versuchen.

Notebook: Einfachgerät, 750 Mhz-Prozessor
Die Rechnerleistung ist eher von untergeordneter Bedeutung, mein altes Notebook mit 150 Mhz-Prozessor störte allerdings eindeutig in den Empfänger rück, was wohl nichts mit der Rechnerleistung zu tun hat. Der Grund interessiert mich gerade nicht, da ich ja ein Neues habe. Außerdem gehe ich davon aus, dass ich ihn nicht beheben kann. Von Bedeutung ist die Soundkarte, ich gehe aber davon aus, dass heute jedes Notebook entsprechend ausgestattet ist. Es empfiehlt sich jedoch, das Notebook vor Ankauf für diesen Zweck zu testen, denn es ist die teuerste Komponente in der Kette. Vielleicht haben Sie einen guten Freund ...

Decodiersoftware: Mscan Meteo Pro
Voll funktionierende Demo-Software für Funkfernschreib- und Faxsimileempfang, speichert als Demo aber nicht. Den Tipp und eine ausführliche Beratung habe ich in Heeg, NL, bei der Firma Stentec - Software For Sailors bekommen. Deshalb der Verweis auf deren Homepage, wo man sich das Programm downloaden kann: www.stentec.com Die Decodierung erfolgt über die Soundkarte, es ist also nur noch ein Audioverbindungskabel für 13 Mark 50 notwendig.

Bisher ist mir nur Funkfernschreibempfang gelungen, Faxsimile nicht, auch nicht mit einem anderen Programm. Wetterfax halte ich auch nicht für besonders wichtig, da m.E. der Laie Karten nur schwer interpretieren kann, denn es handelt sich da um einen Beruf! Bei Regattaspezialisten mag dies anders sein.

Ausführliche Literatur
hält der Siebel - Verlag bereit, zwar nicht ausdrücklich zum Faxempfang, jedoch sehr breitgefächert mit Tests etc.:
www.siebel-verlag.de

Empfangsfrequenzen und Sendeplan
gibt es bei www.dwd.de/services/gfsf/sf_home.html
Einige Frequenzen habe ich im Revier ausprobiert, denn gelegentlich gibt es Störungen (Hexerei ?). Diese sind bereits akustisch wahrzunehmen, wenn das charakteristische lülülü unklar und verrauscht ist.

Ausdrücklich bedanke
ich mich übrigens bei Charly Hardt, www.charly-hardt.de, der den technische Clubdienst des ADDX, www.addx.de, wahrnimmt. Der hatte immer mal wieder Zeit für telefonische Beratung - selten heutzutage. Und last but not least bei meinem Freund Helmut J. aus R., der nicht weiter genannt sein will.


Weitere Internetadressen
www.mscan.com

Marifoon
Was bei uns der UKW-Funk ist, das heißt in den Niederlanden Marifoon. Für Neueinsteiger und Revierunkundige hier Informationsadressen:

http://www.marifoonkanalen.nl

http://www.watersportwijzer.nl

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