Eine Gewähr kann nicht übernommen werden, im Zweifelsfalle fragen Sie bitte einen Fachmann.

Ladetechnik

Vermutlich fahren viele Yachten eine erhebliche Menge ungenutzter Batteriekapazität über die Weltmeere. In den letzten Jahren hat sich in der Ladetechnik einiges verändert.

Die konventionelle Ladetechnik ist in der KFZ-Technik nach wie vor noch üblich und tut dort zufriedenstellend ihre Dienste. Allerdings könnte auch hier Gewicht und damit Treibstoff gespart werden, würde man Hochleistungsregler einbauen und die Batterie entsprechend kleiner dimensionieren. Die Arbeitsweise können Sie an einem einfachen Batterieladegerät aus dem Baumarkt bzw. an dessen "Amperemeter" beobachten: Wenn Sie Ihre (fast) leere Batterie anschließen, dann schlägt der Zeiger voll aus und das Gerät brummt gefährlich. Bereits nach kurzer Zeit wird das Brummen leiser und der Zeiger geht auf vielleicht moderate 4 A zurück. Auch wenn auf dem Kästchen 8 A draufsteht. Nach vielleicht 4 Stunden sind es dann noch weniger Ampere. Bis Ihre Batterie konventionell gefüllt ist, vergehen viele Stunden. Der Hintergrund ist einfach zu verstehen. Das Gerät startet mit einer sehr hohen Spannung, die gemeinsam mit dem Ladestrom rapide absinkt. Mit fortschreitender Zeit tröpfelt es eigentlich nur noch. Kein Problem im KFZ- Bereich, wenn Sie mal vergessen haben sollten, einen Verbraucher auszuschalten. Bei einem 8A-Gerät reichen, wenn sonst alles OK ist, vielleicht drei Stunden aus. Der Rest erledigt dann der normale Fahrbetrieb. Ihr Lichtmaschinenregler im Auto arbeitet grundsätzlich nicht anders, nur liefert er eine wesentlich höhere Leistung ab.

Hier soll ein weitverbreitetes Märchen aus dem KFZ-Bereich beendet werden: Wenn Sie meinen, Sie würden eine stärkere Starterbatterie benötigen, dann können Sie diese beruhigt einbauen. Der Lichtmaschine ist das völlig egal, denn die liefert nur das nach, was verbraucht wurde. Und wenn bei 88 Ah 10 Ah fehlen, dann ist das doch das gleiche wie bei 44 Ah! Auf diese Art haben Sie dann für die kalten Nächte mehr Reserve - das ist alles. Problematisch wird es allenfalls, wenn Sie Ihren Kofferraum mit einer Batteriebank von sagen wir mal 400 Ah bestücken und diese, ordentlich vom Startsystem getrennt (Trennrelais), mit Ihrer 1000 Watt-Stereo-Anlage leeren. So richtig, bis kein Lämpchen mehr glüht. Jetzt ist Ihre Lichtmaschine echt überfordert und wird, wenn Sie nicht entsprechend geschützt ist, gleich durchbrennen oder erheblichen Verschleiß verzeichnen. Machen Sie so was? Ich nicht! Könnte man aber mal mit einem Schrottauto testen!!! Wir bitten um einen Bericht.

Technisch aktuell ist heute die IUoUo - Ladecharakteristik. Die folgenden Aussagen beziehen sich sowohl auf einen Hochleistungsregler als auch auf ein solches Ladegerät. Hochleistung im sportlichen Sinne bringt der Regler nicht - er arbeitet nur effektiv! Mit Beginn des Ladevorganges wird die Maximalleistung an die Batterie geliefert. Dies geschieht solange, bis die eingestellte Ladeschlussspannung (14.4 V bei Gel - und 14.8 V bei Bleibatterien) erreicht ist. Gemessen wird dies an der Batterie und nicht am Lichtmaschinenausgang, ohne eigene Messleitung ist unbedingt auf ausreichende Dimensionierung des Kabelquerschnitts zu achten. Mehr schadet übrigens nie! Spätestens jetzt würden konventionelle Regler oder Ladegeräte in die Knie gehen: Sie arbeiten mit ständig sinkender Stromstärke. Nicht so die Hochleistungsgeräte. Sie arbeiten noch eine einstellbare Zeitspanne lang (entsprechend Batteriekapazität und Betriebsbedingungen) weiter und füllen den Akku bis fast 100% seiner Nennkapazität auf. Konventionell ist bei etwa 70 % Ende. 30% mehr ist doch eine ganze Menge - für Nachtsegler, Biertrinker, Computerfreaks und andere. Wer sportlich drauf ist, spart eine ganze Menge Gewicht, denn wir warten ja alle noch auf die Light- Batterie mit doppelter Kapazität und halbem Gewicht. 10 Jahre oder mehr ohne Abstriche aktiv und vor allem problemlos wieder in den Neuwarenkreislauf zu verbringen (zu recyceln).

Hintergründe:

URI ist Ihnen als Schweizer Kanton oder auch aus dem Physikunterricht sicher noch bekannt: U=R x I

U: Spannung (Volt oder V)
R: Widerstand (Ohm oder W)
I: Stromstärke (Ampere oder A)

Sinngemäß orientieren sich die Benennungen der Ladekennlinie daran

W: Laden mit sinkender Stromstärke
ae: Automatischer Abschaltpunkt
I: Konstantstromladung
U: Konstante Ladespannung
o: Schaltpunkt

Wae bedeutet beispielsweise Ladung mit sinkender Stromstärke und Abschaltung bei Erreichen einer bestimmten Spannung, IUoU Ladung mit konstanter Spannung und konstantem Strom, danach schaltet das Gerät auf eine Ladung mit konstanter Spannung (in der Regel Erhaltungsladung). Differenzierte Angaben zu machen ist schwierig, die Geräte haben recht unterschiedliche Eigenschaften.

Hochwertige Geräte gibt es nach unserer Kenntnis von Sterling und Philippi. Bitte beachten Sie die Spezifika der jeweiligen Geräte!

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